Krankheiten

Hier bekommen Sie Informationen zu ausgewählten Wasserschildkröten-Krankheiten.

Bitte beachten Sie, dass diese Beschreibungen auf keinen Fall den Besuch beim Tierarzt ersparen. Bei einer Erkrankung ist eine Untersuchung beim schildkrötenerfahrenen Tierarzt unbedingt notwendig.

Panzernekrosen

Kleine bis großflächige, weiß-gelbe Stellen am Bauch- und Rückenpanzer sind die charakteristischen Eigenschaften der Nekrose bzw. Panzernekrose. Unter dieser Oberfläche, die durch vorsichtiges aufkratzen freigelegt wird, findet man nässende, blutende Wunden die bis in die Leibeshöhle fortschreiten können. Die Verursacher der Nekrose sind Bakterien, teilweise ein zusätzlicher Pilzbefall. Erkennen kann man die Nekrosen nur durch das regelmäßige untersuchen des kompletten Panzers, da sich das Verhalten der erkrankten Schildkröte meistens erst im fortgeschrittenen Stadium ändern wird und sich dann in Form von Appetitlosigkeit und Apathie (Teilnahmslosigkeit) äußern kann. Empfindlich für eine Nekrose sind Tiere mit einer Panzerverletzung, Immunschwäche sowie einer bereits vorhandenen Erkrankung.

Die Ursache ist in vielen Fällen die schlechte Wasserqualität, Sonneninseln auf der die Schildkröten nicht vollständig abtrocknen können oder Lichtquellen die zu wenig UV-Strahlen abgeben, eine Panzerverletzung, die u.a. durch scharfkantige Stellen im Becken verursacht wurde oder sonstige Verletzungen des Panzers.

Die Nekrose soll und muss von einem Tierarzt (schildkrötenerfahren) festgestellt werden, der die Wunde bis auf das gesunde Gewebe säubert. Er erstellt den Behandlungsplan und übernimmt die Kontrolle der Behandlung. Im Prinzip wird die Wunde mehrmals täglich antiseptisch (z.B. Betaisodona) gereinigt und anschließend, zur schnelleren Heilung, mit Panalogsalbe versorgt. Die Heilung einer solchen Wunde erstreckt sich über mehrere Wochen oder Monate und ist nur sehr langsam erkennbar. Während der Behandlung ist es ratsam die Schildkröte aus dem Wasser zu nehmen, damit die Wunde trocknen kann und die Medikamente wirken können. Während der Zeit außerhalb des Beckens ist eine Licht-/Wärmequelle sehr wichtig, um mit Hilfe der UV-B Strahlung Vitamin D3 bilden zu können, wichtig für den Knochen- und Panzerwachstum. Auch die Fütterung mit Fisch, der einen hohen Anteil an Vitamin D3 hat (z.B. Lachs) kann zur schnelleren Genesung beitragen. Es ist durchaus möglich die Schildkröten bis zu 23 Stunden täglich aus dem Wasser zu nehmen, wichtig ist nur, dass sie zum trinken und fressen in Wasser kommt. Es empfiehlt sich ebenso die gründliche Reinigung des Beckens und Filters, sowie vorrübergehend die Wasserwechsel-Intervall zu verkleinern um entsprechende Sauberkeit ins Becken zu bekommen.

Um dieser Erkrankung vorzubeugen sind regelmäßige Wasserwechsel sowie die gründliche Reinigung des Beckens sehr wichtig. Auch der Filter sollte nicht vernachlässigt werden, jedoch sollte man diesen nicht zu gründlich reinigen, da sonst die reinigende Wirkung des Filters verloren gehen kann. Auch eine ausreichende Versorgung mit UV-B Strahlung, durch eine entsprechende Lichtquelle, ist ebenso wichtig wie eine gesunde und abwechslungsreiche Kost für Wasserschildkröten. Und nicht zu vergessen, die regelmäßige Untersuchung des Panzers.