Beleuchtung
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Beleuchtung für das Schildkrötenbecken
Auch wenn schon viel über die Beleuchtung von Aquaterrarien (so nennt man die Aquarien in denen Wasserschildkröten gehalten werden) geschrieben wurde, meiner Meinung nach kommen für Aquaterrarien nur Halogen-Matalldampflampen in Frage, die evtl. unter dem Namen HQI bekannt sein dürften. Diese Leuchtmittel erreichen die notwendigen Temperaturen um auch noch die Sonneninsel zu erwärmen. Die Helligkeit kommt dem Sonnenlicht zwar nicht gleich, jedoch sind diese Leuchtmittel so hell, dass sie als künstliche Sonne von den Schildkröten für ein Sonnenbad angenommen werden.
Diese Leuchten haben folgende Vorteile:
- HQI-Leuchtmittel erreichen einen Lichtstrom von 13400 lm, bei einem 150W Leuchtmittel in der Lichtfarbe Neutralweiß. Eine normale Glühlampe mit 150W erreicht gerade mal 2200 lm und das bei ähnlicher Stromaufnahme.
- Die intensive Wärmeentwicklung der HQI-Lampe kann zur Erwärmung der Sonneninsel genutzt werden, richtig montiert werden auf der Sonneninsel noch 40 Grad Celsius erreicht und das Becken ausgeleuchtet.
- Ein weiterer aber nicht unbedingt erwünschter Nebeneffekt, den die Hersteller nicht so gerne zugeben, ist die UV-Strahlung dieser Leuchtmittel beim Leuchten erzeugen. Sehr gut zu erkennen ist dieses durch die Verbleichungen im Bereich der Sonneninsel. Da Schildkröten UV-B Strahlen für den Panzer- und Knochenbau benötigen, sind die UV-Strahler für Schildkrötenhalter ein Vorteil. Da die UV-Strahlung der HQI-Leuchten nicht ausreicht, vor allem wenn die Schildkröte keinem natürlichen Sonnenlicht ausgesetzt werden kann, ist eine zusätzliche UV-Quelle nötig. Ein spezielles UV-Halogenmetalldampf-Leuchtmittel, ist das "Lucky Reptile Bright Sun UV", mehr dazu unter Leuchtmittel "Lucky Reptile Bright Sun UV" auf zierschildkroete.de Dieses Leuchtmittel hat die für Schildkröten wichtige UV-B Strahlung in ausreichendem Maße.
Weitere Details zum Thema Beleuchtung können hier nachgelesen werden (eine sehr interessante Seite zum Thema Beleuchtung in Schildkrötenbecken) Beleuchtung auf zierschildkroete.de
Nachteile der HQI-Leuchten:
- HQI-Leuchtmittel sind in der Anschaffung wesentlich teurer als Leuchtstofflampen. Auch die entsprechenden Lampen sind sehr teuer.
- HQI-Leuchtmittel funktionieren nur mit einem Zündgerät und einem Vorschaltgerät. Dadurch sind die entsprechenden Lampen immer größer und nicht so filigran wie Leuchtstofflampen.
- Viele VVGs sind nicht in der Lage, die noch heißen Leuchtmittel wiederzuzünden. Dafür benötigt man spezielle VVG.
- Sie erreichen erst nach einer Zeit von ca. 5 Minuten ihre volle Leuchtkraft.
Durch die hohe durchschnittliche Brenndauer von 12.000 - 14.000 Brennstunden und eine extrem hohe Lichtausbeute rechnen sich diese Lampen für Schildkrötenbecken jedoch immer, da man mit einer Lampe die Beleuchtung des Beckens und die Erwärmung der Sonneninsel realisieren kann.
Leuchtstoffröhren
Als völlig ungeeignet erweisen sich Leuchtstofflampen und Leuchtstofflampen die UV-Strahlung abgeben. Letztere verlieren im Laufe von wenigen Wochen immer mehr von der UV-Strahlung. Leuchtstofflampen geben auch sehr wenig Wärme ab und haben auf die Brenndauer gesehen keinen konstanten Lichtstrom, d.h. sie werden mit zunehmenden Alter dunkler. Schildkröten verbinden Wärme immer mit sehr hellen Licht und werden aus diesem Grunde niemals unter einer Lampe mit Leuchtstoffröhren ein Sonnenbad nehmen, da die Leuchtstofflampen einfach nicht hell genug sind. Leuchtstofflampe eignen sich daher nur als zusätzliche Lichtquelle für sehr große Becken.
Lichtfarbe
Bei der Beleuchtung eines Schildkrötenbeckens entscheidet die Lichtfarbe, ob eine Schildkröte diese Leuchte als Sonnenersatz annimmt. Nur mit den Lichtfarben Daylight (Tageslicht, nur bei den HQI-Leuchtmitteln erhältlich) oder Neutralweiß (HCI, CDM und MHN) kommt man dem Spektrum des Sonnenlichtes am nächsten. Leuchten mit der Lichtfarbe "Warmwhite" dagegen, werden von den Schildkröten nicht als Sonnenersatz angenommen, da Schildkröten nur sehr helles Licht mit Wärme in Verbindung bringen. Da die HCI- oder CDM-Leuchtmittel noch heller sind, ist das Halogen-Metalldampf-Leuchtmittel mit Keramikbrenner am Besten geeignet.
Einige Begriffe aus der Beleuchtungstechnik
- HQI-HCI:
Bezeichnen Halogen-Metalldampfleuchtmittel der Firma Osram. Der Unterschied zwischen den beiden Typen ist der Brenner. Bei HQI (MHN oder MHW ist die Bezeichnung von Philips) ist ein Quarzbrenner und bei der HCI (CDM ist die Bezeichnung von Philips) ein Keramikbrenner für die Erzeugung des Lichts zuständig. Der HCI-Brenner ist noch heller als ein entsprechender HQI-Brenner. Die Leuchtmittel werden mit Vorschalt- und Zündgerät betrieben und benötigen einige Zeit bis die volle Leuchtkraft nach dem Einschalten erreicht ist. Problematisch ist in den meisten Fällen das Wiedereinschalten im heißen Zustand. Nur mit speziellen Zündgeräten ist das zu realisieren. - HQI-TS:
Bezeichnet die Röhre, beidseitig gesockelt. - HQI-T: Bezeichnet die Röhre, einseitig gesockelt (E27, E40).
- HQI-E: Bezeichnet die Ellipsenform, einseitig gesockelt (E27, E40).
- HQI-TC: Bezeichnet die Röhre mit Stecksockel (2 Stifte, G8.5 oder G12).
- Leuchtstofflampen: Heute immer noch als Neonröhren bezeichnet, sind Glasröhren die mit Quecksilberdampfgas befüllt sind. Das Glasrohr ist von innen mit einem Leuchtstoff bezogen, woher die Röhren auch ihren Namen haben. Die Technik der Leuchtstoffröhre und der Neonröhre sind unterschiedlich, für Beleuchtungszwecke ist die Neonröhre ungeeignet.
- Lichtfarbe: Die Lichtfarbe wird durch die Farbtemperatur ( Einheit Kelvin [K] ) beschrieben. Die Lichtfarben für Leuchtmittel im allgemeinen kann man sehr gut in drei Hauptgruppen einteilen.
- Warm White <= 3.300 K
- Cool White 3.300 - 5.000 K
- Daylight > 5.000 K
- Lichtstrom: Die Einheit für den Lichstrom ist Lumen [lm] und bezeichnet die gesamte von der Lichtquelle abgegebene Strahlungsleistung.
- Lichtstärke: Die Einheit dür die Lichtstärke ist Candela [cd] und bezeichnet den in eine bestimmte Raumrichtung abgestrahlten Lichtstrom.
- Beleuchtungsstärke: Die Einheit ist Lux [lx] und bezeichnet das Verhältnis des auffallenden Lichtstromes zur beleuchteten Fläche.
- VVG: Für HQI-Leuchtmittel wird ein Vorschaltgerägt (VVG = Verlustarmes Vorschaltgerät, nachfolger der KVGs = Koventionelles Vorschaltgerät) benötigt, dass in Verbindung mit dem Zündgerät die hohe Zündspannung von bis 5kV erzeugt, sowie die Spannung nach dem Starten reduziert. Diese Vorschaltgeräte können sehr warm, sogar heiß werden. Das Brummen der HQI-Leuchten entsteht jedoch nicht immer durch das Vorschaltgerät, sondern kann auch vom Zündgerät her kommen.
- Zünderät: In Verbindung mit dem Vorschaltgerät wird das Leuchtmittel gestartet und die hohe Zündspannung erzeugt.
- EVG: Wie auch bei den Leuchtstofflampen gibt es mittlerweile EVGs für die HQI-Leuchten. EVG steht hier für elektronisches Vorschaltgerät.
Die Vorteile dieser EVGs, im Gegensatz zu den VVGs sind:- Geringere Wärmeentwicklung.
- Es wird kein Zündgerät benötigt.
- Schonender Startvorgang, der u.a. die Lebenszeit verlängert.
- Geringerer Stromverbauch.
- Weiterführende Links zur Beleuchtungstechnik:
