Jahresrhythmus

Die artgerechte Haltung einer Wasserschildkröte ist mehr als das große Becken und die Einrichtung. Von besonderer Bedeutung ist der Jahresrhythmus. Der Jahresrhythmus der gepflegten Art sollte, wie im Habitat (ursprünglicher Lebensraum), nachempfunden werden.

Das Leben einer Wasserschildkröte ist von vielen Faktoren der Natur abhängig. Da diese Tiere keine eigene Wärme entwickeln, sind sie stets auf die Sonne und die Wassertemperatur angewiesen. Wasserschildkröten nehmen die Temperaturen ihrer Umgebung an, um so ihre Köperfunktionen aufrecht zu halten. Durch die Simulation der verschiedenen Jahreszeiten wird das Leben in ihrem natürlichen Lebensraum nachempfunden und sorgt somit für einen gesunden Biorhythmus.

Da es unterschiedliche Herkunftsgebiete von Wasserschildkröten gibt, möchte ich die verschiedenen Faktoren, die den Jahresrhythmus ausmachen, nur allgemein skizzieren. Die entsprechenden Daten für die einzelnen Arten sind den entsprechenden Herkunftsgebieten zu entnehmen.

Der natürliche Jahresrhythmus besteht aus folgenden Faktoren:

  • Winterruhe. Während dieser Zeit regeneriert sich der Körper und es wird eine Wachstumspause eingelegt. Das ist besonders wichtig für Wasserschildkröten, die aufgrund des Habitats, eine Winterruhe oder verminderte Aktivitätsphase einlegen. Das Auslassen der Winterruhe oder die Verschiebung in eine andere Jahreszeit kann auf Dauer Erkrankungen der inneren Organe herbeiführen. Die Arten, die weder Winterruhe noch verminderte Aktivitätsphase einhalten, dürfen auch nicht in eine Winterruhe überführt werden!
  • Beleuchtungsintensität. Die Helligkeit der Sonne ist im Jahresverlauf unterschiedlich. Im Sommer ist sie hell und im Winter dunkler. Die unterschiedliche Lichtstärke ist für die Simulation der Jahreszeiten unbedingt notwendig. Nur so kann die Schildkröte erkennen, wann sie sich auf die Winterruhe vorbereiten muss. Die artgerechte Haltung setzt diese Veränderungen in der Lichtstärke voraus und die Anpassung der unterschiedlichen Lichtstärken ist einzuhalten.
  • Beleuchtungsdauer. Wie auch bei der Beleuchtungsintensität, ist die Beleuchtungsdauer, die sich im Jahresverlauf ständig ändert, eine wichtige Voraussetzung für die artgerechte Haltung. Es ist analog, wie unter Beleuchtungsintensität, vorzugehen.
  • Wassertemperatur. Die Wassertemperatur ändert sich in der natürlichen Umgebung einer Wasserschildkröte nicht nur aufgrund der Unterschiedlichen Jahreszeiten, sie ist auch von der Tageszeit abhängig. Es empfiehlt sich, die Wassertemperatur nachts um ein, zwei Grad Celsius zu senken. Auch im Verlauf des Jahres sind Anpassungen der Wassertemperaturen vorzunehmen.
  • Futter. Auch die Futtermengen müssen der Jahreszeit angepasst werden. Da im Winter meistens weniger Futter zur Verfügung steht wie im Sommer, sollte man die Futtermengen im Winter entsprechend reduzieren. Dies gilt natürlich nur für Wasserschildkröten, die keine Winterruhe halten.