Becken und die Einrichtung

Das Becken sollte als Minimum die Maße 120x60x60 cm haben, damit die Wasserschildkröten auch im ausgewachsenen Zustand ausreichend Platz und Schwimmraum haben. Jedoch trifft diese Beckengröße nur auf die klein bleibenden Wasserschildkröten-Arten zu. Für einige Wasserschildkröten ist diese Beckengröße (120x60x60 cm) nach der »Mindestanforderung zur Haltung von Reptilien« auch ausreichend, jedoch sind das nur die Mindestanforderungen. Da es jedoch unter den Wasserschildkröten viele ausgezeichnete Schwimmer gibt, die ausreichend Schwimmraum benötigen, würde sich ein größeres Becken (ab 160x60x60 cm) anbieten, da man dann auf jeden Fall oberhalb der Mindestanforderungen liegt und den Schildkröten dauerhaft eine artgerechte Haltung bieten kann. Im Bezug auf das Becken sind nach oben hin natürlich keine Grenzen gesetzt. Da Schildkrötenbecken in der Regel nicht vollständig mit Wasser befüllt werden, liegt an der Sonneninsel, sollte dieser Aspekt bei der Auswahl der Beckengröße berücksichtigt werden.

Bei Schildkröten-Arten mit großen Panzerlängen, wie die Pseudemys concinna concinna (die Panzerlänge der Weibchen kann bis zu 42 cm erreichen), sollte das Becken die Maße 210 x 105 cm nicht unterschreiten um der Mindestanforderung zu erhalten (Formel: 5 x Panzerlänge mal 2,5 x Panzerlänge - B x T der Grundfläche). Wohlgemerkt, dabei handelt es sich lediglich um die Mindestanforderung!

Wer in einem Becken mehr als eine Schildkröte halten möchte, der muss natürlich das Becken entsprechend größer dimensionieren. Laut Mindestanforderung ist ab der dritten und vierten Schildkröte mindestens 10 Prozent und ab der fünften Schildkröte mindestens 20 Prozent mehr Grundfläche einzuplanen.

Der Wasserstand sollte mindestens der zweifachen Panzerbreite entsprechen. Die Schwimmer unter den Schildkröten kommen auch mit einem höheren Wasserstand sehr gut zurecht. Da es jedoch unter den Wasserschildkröten auch schlechte Schwimmer gibt, sollte man sich im speziellen über die entsprechende Art genau informieren, um ein evtl. ertrinken zu vermeiden. Der Begriff gute Schwimmer bezieht sich auf die Arten die viel und ausgiebig Schwimmen. Schlechte Schwimmer schwimmen nicht so ausgiebig und bedeutet nicht, dass sie nicht schwimmen können.

Keine Beckenanpassung

Völlig daneben sind Aussagen, Wasserschildkröten würden sich der Größe des Beckens anpassen oder nicht so schnell wachsen, wenn man ihnen nur Gammarus oder allgemein minderwertiges Futter reicht. Das ist einfach nur purer Blödsinn!!! Schildkröten erreichen ihre Größe immer, ob sie in einem kleinen Becken gehalten werden oder ob man ihnen nur minderwertiges Futter reicht!

Wenn man zwei oder mehrere Schildkröten in einem Becken halten möchte, sollte man sich ausreichende Gedanken zu der Beckengröße machen, da hier durch ein zu kleines Becken ernsthafte Probleme entstehen können. Man sollte auch nicht mit einem kleinen Becken (60l Standard-Becken) anfangen, so wie es einem in den meisten Zoogeschäften geraten wird. Für den Anfang wird das Becken sicherlich reichen, aber spätestens nach einem Jahr muss man ein größeres Becken haben.

Beckenstandort

WICHTIG: Man sollte sich vor der Anschaffung eines Beckens für Wasserschildkröten gründlich überlegen, ob man auch den Platz für solch ein großes Becken zur Verfügung hat! Des Weiteren sollte man das Gewicht eines eingerichteten Beckens nicht unterschätzen. Dementsprechend stabil sollte das Becken-Untergestell sein. Falls man bedenken haben sollte, ob der Boden das Gewicht des Beckens überhaupt tragen kann, sollte man einen Statiker zu Rate ziehen.

Jedes noch so große Becken wird den Schwimmraum einer Wasserschildkröte in ihrer natürlichen Umgebung nicht ersetzen können.

Die Beckeneinrichtung

Schildkröten sind kräftig und können sehr gut klettern, obwohl man ihnen letzteres meistens gar nicht zutraut. Die Beckeneinrichtung sollte deswegen so sicher und fest verankert sein, dass sich keine Schildkröte verletzen kann, unter Steinen »begraben« werden kann oder sich an sonstigen Einrichtungsgegenständen einklemmen kann. Zum Verkleben von Steinen und Einrichtungsgegenständen ist Aquariensilikon oder Lebensmittelsilikon zu verwenden, damit durch das Silikon keine Giftstoffe in das Wasser abgegeben werden können.

Einige Wasserschildkröten mögen auch gerne mal die technischen Einrichtungen, wie Heizstab oder Filterschläuche bearbeiten. Hier sollte man dann entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, damit die Tiere keinen Stromschlag oder Verletzungen erleiden. Überlegungen zum versteckten Einbau der Beckentechnik können die Verletzungsgefahren mindern. Sofern Sie Ansaugschläuche für den Filter verwenden, sorgen Sie ebenfalls für eine verletzungsfreie Anbringung.

Wasserschildkröten sind in der Lage Höhen zu überwinden die ihrer Panzerlänge entsprechen. Das Becken muss gegen Ausbrechen gesichert sein, da bei einem Sturz aus einem Meter Höhe oder mehr, zu erheblichen Verletzungen kommen kann.

Als Bodengrund für ein Schildkrötenbecken ist Sand oder Kies geeignet, ähnlich wie bei Aquarien für Fische. Einige Halter bevorzugen aus Reinigungsgründen keinen Bodengrund. Der Bodengrund aus Sand oder Kies dient zusätzlich als Filter durch die angesiedelten Bakterien im Bodengrund. Die Wasserreinigung durch den Bodengrund ersetzt jedoch keinen Außenfilter. Sand oder Kies sollte in regelmäßigen Abständen, in Verbindung mit einem Wasserwechsel gereinigt werden, damit der Mulm die Wasserqualität nicht verschlechtert.

Für den Einbau der Sonneninsel kann man Holzlatten über dem Becken befestigen, die dann die Sonneninsel mit einem Band oder Seil fixieren. Ebenso kann man die Strahler auf Holzlatten legen, sollte sie aber gegen Verrutschen sichern.

Befestigungsmöglichkeiten der Beckeneinrichtung

Ich habe die Sonneninsel und Lampen an Holzleisten befestigt, die auf dem Becken aufliegen.